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Album-Review: The Mood a.k.a. - 100% Soul Grown

Bidbeccd

Dies ist ein Album mit langem Anlauf. Da spielen "The Mood a.k.a." aus Stuttgart seit den späten 1980er Jahren traditionellen Ska, Rocksteady und Early Reggae - und bleiben über all die Jahre ein Geheimtipp für die wenigen Kenner dieses Genres. Unzählige Gigs, eine EP und ein paar Beiträge auf einschlägigen Samplern sind die Bilanz, ein eigenes Album kommt dabei aber nie heraus. Ska-Moden und Trends kommen und gehen, die Third Ska Wave, Ska-Punk und Ska-Pop, das 2-Tone-Revival und Balkan Ska sind gekommen und gegangen. Doch neuerdings besinnen sich immer mehr Bands auf die traditionellen Quellen des Jamaica-Offbeats.

Während international die stilprägenden Aggrolites, die Upsessions aus Holland, die Ratazanas aus Portugal oder die spanischen Los Granadians ziemlich erfolgreich den Early Reggae zelebrieren, ist die einschlägige Szene in Deutschland noch relativ klein.

Die Zeit ist reif für The Mood a.k.a. Und glücklicherweise passiert genau das, was passieren musste: das baskische Label Brixton Records, das auf genau diesen Sound spezialisiert ist, bringt mit gut 20 Jahren Verpätung das erste Album von The Mood a.k.a. heraus.

Auf "100% Soul Grown" versammeln sich 12 Titel aus der langen Schaffenszeit von The Mood a.k.a. und bilden das ganze Spektrum ihrer Musik ab. Rocksteady und Ska dominieren, aber auch ruppigerer Skinhead Reggae und sanftere Balladen sind zu hören. Der markante, teilweise harte Riddim von Frontmann Josi Höger treibt die Titel voran und die Musik geht direkt in Bauch und Beine. Ohnehin lebt der ganze Sound davon, dass er sparsam instrumentiert und sehr präzise gepielt ist.

We're in the mood - get ready!

Gleich die ersten Titel machen klar, dass diese Musik nicht fürs stille Kämmerlein gedacht ist. Und spätestens bei "Ska in the Backyard" sollte jeder in Bewegung geraten sein. "Rudie Don't Care" ist ein ganz alter Mood-Titel, Gastsänger ist hier kein geringerer als Roddie Moreno, Frontmann von The Oppressed und Urgestein der SHARP-Bewegung. Li Wunsch, Bassistin und Background-Sängerin kommt (leider) nur einmal ans Mikrophon: "Move On Boy" ist allerdings ein echter Ohrwurm. Mit "Gal I Love You" und "Missing You" sind auch zwei ruhigere Lovers Rock Tracks enthalten, die das Album abrunden. Kurzum: ein Muss für jeden Offbeat-Fan! Mein Hit und Anspieltipp: "Don't Play Their Game".

Ok, vielleicht hätte man aus dem reichhaltigen Repertoire noch ein paar Titel mehr auf das Album packen können, so fehlen zum Beispiel "We All Are One" oder einer der Northern-Soul-Tracks, die The Mood a.k.a. live spielen. Aber wir wollen nicht meckern: unter den 12 Titeln ist kein schwacher zu finden. All killers, no fillers!

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